ASOMminiBeispielvideo

Viergelenke in ASOMmini (3/5): Die Doppelschwinge

In dieser Videoreihe zeigen wir Ihnen die bekanntesten Varianten des planaren Viergelenks, sowie deren Eigenschaften und Besonderheiten. Diese Varianten lassen sich aus dem Satz von Grashof ableiten.

Die Grashof‘sche Bedingung für Viergelenke besagt: Das kürzeste Glied einer Viergelenkkette ist gegenüber seinen Nachbargliedern voll umlauffähig, wenn die Summe der Gliederlängen des kürzesten und längsten Gliedes kleiner ist – oder im Grenzfall gleich – als die Summe der beiden anderen Gliederlängen. Dabei kann das längste Glied im Gelenkviereck ein Nachbarglied des kürzesten sein oder diesem gegenüber liegen.

Nach den üblichen Konventionen für Viergelenke benennen wir die Glieder und Gelenke wie folgt: Das kürzeste Glied trägt stets die Bezeichnung a, die restlichen Glieder werden dem Uhrzeigersinn folgend mit b, c und d bezeichnet.

Für Gelenke gilt analog: Gelenk 1 liegt zwischen a und d und von dort erfolgt die weitere Nummerierung bis 4 ebenfalls im Uhrzeigersinn.

Alternativ wird das feststehende Glied üblicherweise auch als Gestell und das ihm gegenüberliegende Glied als Koppel bezeichnet. Die beiden restlichen Glieder heißen in diesem Zusammenhang Lenker.

Durch die Entscheidung, welches der Glieder b, c und d das längste ist, sowie durch unterschiedliche Wahl des Gestells, können dann verschiedene Viergelenktypen erzeugt werden.

In diesem dritten Teil unserer Reihe behandeln wir die Doppelschwinge. Anders als Kurbelschwinge und Doppelkurbel besitzt sie nur sehr wenige Anwendungsgebiete. Erneut wenden wir die Grashof´sche Bedingung an, d.h. a+b < c+d, a+c < b+d oder a+d < b+c, und schöpfen nun unsere letzte Möglichkeit der Gestellwahl aus: das Glied, welches dem kürzesten Glied gegenüber liegt, c.

Aus dem vorangegangenen Video zur Doppelkurbel wissen wir, dass c relativ zu b und d keine vollständigen Umdrehungen machen kann. Im Umkehrschluss können sich b und d als Lenker nur in einem begrenzten Winkelbereich hin und her bewegen. Das Getriebe besitzt also zwei Schwingen, woraus sich sein Name erklärt.

Hier wurden die Längen a bis d wie folgt gewählt:

a = 45 (min), b = 160, c = 123, d = 161 (max)

Damit gilt: a+d = 45+161 = 206 < 283 = 160+123 = b+c

 

In ASOMmini lassen sich derartige Koppelgetriebe schnell und einfach konstruieren, simulieren und kinematisch analysieren, außerdem können sie auch in Echtzeit modifiziert und optimiert werden. Das gilt auch für komplexere Anordnungen, die sich mit unserer Software ebenfalls problemlos realisieren lassen.